Erfolgreiches Geschäftsjahr 2023

Die Geschäftsentwicklung der VerbundVolksbank OWL eG ist immer auch ein Spiegelbild der gesamtwirtschaftlichen Lage. Das vergangene Jahr 2023 war gekennzeichnet von konjunkturellen Eintrübungen, vielen geopolitischen Unsicherheiten, hohen Inflationsraten und einem weiteren Zinsanstieg.

In diesem dynamischen Umfeld hat die VerbundVolksbank OWL eG gute Ergebnisse erzielt. Das betreute Kundengeschäftsvolumen übertraf erstmals in der Bankgeschichte die Marke von 20 Milliarden Euro. Wesentlicher Treiber war die Steigerung im Zinsüberschuss. Das operative Betriebsergebnis vor Bewertung stieg auf einen neuen Rekordwert von 118,8 Millionen Euro. Diese Ertragsstärke ist gut für unsere Mitglieder und Kunden sowie die gesamte Region in Ostwestfalen-Lippe und im Altkreis Brilon. Dank einer hohen Kunden- und Mitgliederorientierung unseres dezentralen Geschäftsmodells haben wir mit unseren sieben regionalen Zweigniederlassungen Volksbank Paderborn, Volksbank Höxter, Volksbank Detmold, Volksbank Minden, Volksbank Büren-Salzkotten, Volksbank Brilon und Bankverein Werther unsere Marktposition trotz herausfordernder Rahmenbedingungen erneut gestärkt.

Bilanzsumme in TEUR

2023

10.192.156
10.192.156

2022

10.004.672
10.004.672

+1,9%

+187.484

Kundenforderungen in TEUR

2023

6.820.169
6.820.169

2022

6.844.976
6.844.976

-0,4%

-24.807

Kundeneinlagen in TEUR

2023

7.062.751
7.062.751

2022

7.056.985
7.056.985

+0,1%

+5.766

Struktur der Kundeneinlagen 2023

Kreditgeschäft

Im Umfeld einer rückläufigen konjunkturellen Entwicklung konnte die VerbundVolksbank OWL eG ihre Position als starker partnerschaftlicher Kreditgeber für den Mittelstand in Ostwestfalen-Lippe und im Altkreis Brilon weiter festigen. Das bilanzielle Kreditgeschäft entwickelte sich im Geschäftsjahr 2023 auf einem stabilen Niveau. Die Forderungen an Kunden erreichten in etwa den Vorjahreswert und lagen bei über 6,8 Milliarden Euro. Sowohl im Bereich der Unternehmenskunden als auch im Bereich der Projektfinanzierungen waren positive Wachstumswerte zu verzeichnen. Auf den Bereich der erneuerbaren Energien entfiel ein Kreditwachstum von 16,3 Prozent. Rückläufige Wachstumswerte waren hingegen im Immobilienfinanzierungsgeschäft zu registrieren. Sowohl im gewerblichen als auch im privaten Bereich führten der Zinsanstieg, die hohe Inflation und die zunehmenden Preise für Baumaterialien zu einer deutlichen Investitionszurückhaltung der Kunden bei neuen Immobilienprojekten. Ein bedeutender Baustein in unserer Finanzierungsberatung ist auch die Vermittlung von Fördermitteln, die sich im letzten Geschäftsjahr erfolgreich entwickelte. So verbuchte das Neugeschäft bei der Vermittlung von Fördermitteln, vor allem im gewerblichen Bereich, ein Wachstum von 14,0 Prozent auf 374 Millionen Euro.

Einlagengeschäft

Infolge der historischen Zinswende der Europäischen Zentralbank führte die VerbundVolksbank OWL eG im Januar 2023 als erste Bank in der Region Ostwestfalen-Lippe und im Altkreis Brilon wieder Zinsen auf Tagesgeldkonten und Sparkonten ein. Insgesamt liefen die Kundeneinlagen in Höhe von 7,06 Milliarden Euro leicht oberhalb des Vorjahreswertes aus. Im Einlagengeschäft zeigte sich eine zinsbedingte Dynamik mit einer starken Verschiebung von Sichteinlagen hin zu Termineinlagen.

Dienstleistungsgeschäft

Wertpapiergeschäft, Vermögensberatung und Vermögensverwaltung

Für viele Privatkunden gewinnen passgenaue Lösungen für ihre langfristigen Sparziele und eine entsprechend kompetente Beratung an Bedeutung. Dabei geht es um Ausgewogenheit zwischen einer verlässlichen Rendite und dem nötigen Risikomanagement. Im Geschäftsjahr 2023 waren Kunden zunehmend daran interessiert, das Vermögen breit zu streuen und neben klassischen Anlagelösungen zum Beispiel auf Aktien, Anleihen oder Zertifikate zu setzen. Die Zahl der betreuten Wertpapierdepots stieg mit 5,0 Prozent auf rund 70.800 an. Die Kurswerte aller Kundendepots legten deutlich mit rund 21 Prozent auf 5,19 Milliarden Euro zu.

Auf einem unverändert dynamischen Wachstumskurs befindet sich der unabhängige Vermögensverwalter Werther und Ernst in Bielefeld und Osnabrück, an dem die VerbundVolksbank OWL eG mit 70 Prozent beteiligt ist. Das verwaltete Vermögen der Anfang 2015 gegründeten Gesellschaft übertraf erstmals die Marke von 2 Milliarden Euro und lag zum Jahresende bei 2,19 Milliarden Euro, was einem Wachstum von rund 15 Prozent entspricht.

Die Werther und Ernst Vermögensverwalter GmbH wurde in 2023 vom Fachmagazin „Elite Report“ in Kooperation mit dem Handelsblatt zum wiederholten Male als einer der zehn leistungsstärksten Vermögensberater im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet.

Bauspargeschäft

Unsere Kunden hatten zum 31. Dezember 2023 insgesamt rund 64.800 Bausparverträge abgeschlossen. Somit erhöhte sich das Bausparvolumen um 2,0 Prozent auf 2,45 Milliarden Euro. Die Anzahl der im Berichtsjahr neu abgeschlossenen Bausparverträge nahm um 1,3 Prozent auf 4.188 Verträge zu.

Versicherungsgeschäft

Ihre Beratungskompetenz im Versicherungsgeschäft hat die VerbundVolksbank OWL eG im Geschäftsjahr 2023 weiter ausgebaut. Mit der Übernahme der Gesellschaftsanteile der VAN KOTEN GmbH & Co. KG in Bielefeld durch die OWL VersicherungsKontor GmbH, eine 100-prozentige Tochter der VerbundVolksbank OWL eG, haben wir unsere Marktposition als Versicherungsmakler in Ostwestfalen-Lippe, insbesondere im Bereich der gewerblichen Sachversicherungen, weiter gestärkt.

Im Segment der privaten Absicherung und Vorsorge haben wir unsere Kunden mit einer breiten Palette an Versicherungs- und Vorsorgelösungen unterstützt. Im Neugeschäft der Lebens- und Rentenversicherungen lag die bewertete Versicherungssumme mit 47,8 Millionen Euro leicht über dem Vorjahresniveau. Beim Bestand an vermittelten Darlehen im Versicherungsgeschäft war ein deutliches Wachstum von 11 Prozent auf 89,3 Millionen Euro zu verbuchen.

Immobiliengeschäft

Mit drei Tochterunternehmen – der OWL Immobilien GmbH, der OWL Immobilien Verwaltung GmbH und der BV Werther Immobilien GmbH – ist die VerbundVolksbank OWL eG im Immobiliengeschäft aktiv. Sie steuern als Dienstleister die Vermittlung, Entwicklung und Projektierung von Immobilien, den An- und Verkauf von Grundstücken sowie die Verwaltung von Wohneinheiten in Ostwestfalen-Lippe und im Altkreis Brilon.

Die OWL Immobilien GmbH und die BV Werther Immobilien GmbH vermittelten im Berichtsjahr 2023 insgesamt 320 Objekte (+ 15,1 Prozent) mit einem Volumen von 52,2 Millionen Euro.

Die OWL Immobilien Verwaltung GmbH betreute im Geschäftsjahr 2023 insgesamt 481 Objekte mit 5.949 Wohn- und Gewerbeeinheiten (-5,5 Prozent).

Internationales Geschäft

Für unser eigenes Kompetenzzentrum „Internationales Geschäft“ war das Geschäftsjahr 2023 ein Grund, in die Historie zu blicken. Vor 30 Jahren, also 1993, erhielt die Volksbank Paderborn, der rechtliche Nukleus der heutigen VerbundVolksbank OWL eG, ihren Anschluss an die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication – kurz SWIFT.

Damit war gewährleistet, dass wir für unsere Kunden – vor allem für die starken mittelständischen Unternehmen in der Region – einen sicheren internationalen Zahlungsverkehr 50 abwickeln können. Es war der Grundstein für die besondere Kompetenz und Spezialisierung, die wir auf diesem Gebiet entwickelt haben.

Das Kompetenzzentrum wickelte rund 35.500 Transaktionen ab (-2,9 Prozent) und unterstützte so den regionalen Mittelstand im Export- und Importgeschäft. Der Umsatz dieser Transaktionen belief sich auf 1,36 Milliarden Euro (-10 Prozent). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die Unsicherheiten durch die geopolitische Veränderung im Zuge des Krieges in der Ukraine zurückzuführen.

Zins- und Währungsmanagement

Aufgrund der unsicheren geopolitischen Lage und der volatilen Marktentwicklungen stand die Begleitung unserer Kunden weiter im Fokus des Kompetenzzentrums „Zins- und Währungsmanagement“. Aufgrund der rückläufigen Konjunktur lagen sowohl das Volumen der Sicherungsgeschäfte im Währungsmanagement als auch die Anzahl der Transaktionen mit 1.581 Stück (Vorjahr 1.961) unter dem Vorjahresniveau. Dabei spielten neben den Kassa- und Termingeschäften auch Optionsstrategien weiterhin eine nennenswerte Rolle.

VerbundVolksbank OWL eG als attraktiver Arbeitgeber

Angesichts des bestehenden und zukünftig erwartbaren Fachkräftemangels unternimmt die VerbundVolksbank OWL eG viele Maßnahmen, um ihre Attraktivität als sicherer und verlässlicher Arbeitgeber zu steigern. Das international tätige Forschungs- und Beratungsinstitut „Great Place to Work“ zählt uns zu den besten Arbeitgebern 2024 in Deutschland. Basis dafür war eine umfangreiche Mitarbeiterbefragung, an der sich 86 Prozent der Beschäftigten beteiligten. Besonders positiv hervorgehoben wurden eine insbesondere von Vertrauen und Offenheit geprägte Unternehmenskultur und der Teamgeist, also der Umgang miteinander und das kollegiale Arbeitsklima. Zudem erhielten wir das Siegel „TOP Company 2024“ der Bewertungs-Plattform Kununu. Darüber hinaus wurden wir zum wiederholten Male als familienfreundliches Unternehmen in den Kreisen Paderborn und Höxter ausgezeichnet.

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 beschäftigten die VerbundVolksbank OWL eG und ihre Tochterunternehmen insgesamt 1.289 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Einen besonders hohen Stellenwert für die Mitarbeitergewinnung/- bindung hat weiterhin die berufliche Erstausbildung. Zum Jahresende befanden sich 70 junge Menschen in der Ausbildung zum/zur Bankkaufmann/-frau, zum/zur Fachinformatiker/in für Anwendungsentwicklung sowie im dualen Studium zum Bachelor of Arts in Banking and Finance. Im Berichtsjahr konnten wir allen, die nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung bei uns bleiben wollten, ein entsprechendes Angebot unterbreiten.

Im Sinne einer konsequenten Personalentwicklung hat unser Personalmanagement das Ziel, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Spezialisten sowie Führungskräfte aus- und weiterzubilden. Neben bankfachlichem Wissen stehen Fort- und Weiterbildungen hoch im Kurs. Die Aufwendungen für die Personalentwicklungsmaßnahmen bewegten sich mit rund 1,15 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr auf Vorjahresniveau.

Vermögenslage

Eigenmittel

Im Rahmen unserer Geschäftspolitik tragen wir Sorge für eine angemessene Eigenkapitalausstattung. Diese hilft uns, die aufsichtsrechtlichen Normen zu erfüllen und die Risikotragfähigkeit der Bank sicherzustellen.

Die Vorgaben des Kreditwesengesetzes (KWG) sowie der Capital Requirements Regulation (CRR) zu Großkrediten, Organkrediten und zur Offenlegung wurden 2023 stets eingehalten. Die Eigenkapitalstruktur der Bank ist geprägt von den erwirtschafteten Rücklagen und den Geschäftsguthaben der Mitglieder. Vor dem Hintergrund der steigenden Eigenmittelanforderungen stand für uns im Jahr 2023 weiterhin die Stärkung des Kernkapitals im Vordergrund. Aus dem Bilanzgewinn 2022 und der Vorwegzuweisung aus dem erwirtschafteten Jahresüberschuss 2023 wurde den Rücklagen ein Betrag von 14,7 Millionen Euro und dem Fonds für allgemeine Bankrisiken (§ 340g HGB) ein Betrag von 52,7 Millionen Euro zugeführt. Außerdem konnten die Geschäftsguthaben um 46,5 Millionen Euro auf 240,8 Millionen Euro erhöht werden.

Risikolage und Risikodeckung

Für erkennbare Risiken in den Kundenforderungen sind Einzelwertberichtigungen und Rückstellungen in ausreichender Höhe gebildet worden. Den latenten Risiken aus dem Kreditgeschäft wurde durch die Bildung von Pauschalwertberichtigungen gemäß IDW RS BFA 7 Rechnung getragen.

Die VerbundVolksbank OWL eG gehört der BVR Institutssicherung (BVR ISG Sicherungssystem) an. Das BVR ISG Sicherungssystem ist eine Einrichtung der BVR Institutssicherung GmbH, Berlin (BVR ISG), die als amtlich anerkanntes Einlagensicherungssystem gilt.

Daneben ist unsere Genossenschaft der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e. V. (BVR SE) angeschlossen, die aus dem Garantiefonds und dem Garantieverbund besteht. Die BVR SE ist als zusätzlicher genossenschaftlicher Schutz parallel zum BVR ISG Sicherungssystem tätig.

Finanz- und Liquiditätslage

Die Zahlungsfähigkeit war im abgelaufenen Geschäftsjahr nach Art, Höhe und Fristigkeit jederzeit gegeben. Die monatlichen Meldungen der Liquidity Coverage Ratio (LCR) wiesen im Berichtszeitraum einen Wert von mindestens 120 Prozent aus und lagen damit sehr deutlich über dem aufsichtlich vorgegebenen Wert von 100 Prozent.

Die Vermögenslage der Bank zeichnet sich durch eine zufriedenstellende Eigenkapitalausstattung aus. Die Gesamtkapitalquote ist im Vergleich zum Vorjahr (16,0 Prozent) aufgrund der Gewinnthesaurierung sowie der Zeichnung neuer Geschäftsguthaben um einen Prozentpunkt auf 17,0 Prozent gestiegen, ein erneuter Höchstwert in der langen Bankgeschichte. Im Geschäftsjahr 2023 konnte das bilanzielle Eigenkapital unter Berücksichtigung der nachrangigen Verbindlichkeiten und des Fonds für allgemeine Bankrisiken um 118,2 Millionen Euro gestärkt werden. Dies wird sich im Geschäftsjahr 2024 auch in den aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalquoten niederschlagen. Die Eigenkapitalsituation sichert damit auch zukünftig ein kontinuierliches Kreditwachstum und eine belastbare Risikotragfähigkeit der Bank. Die aufsichtsrechtlichen Anforderungen wurden im Geschäftsjahr übererfüllt.

Ertragslage

Das Geschäftsjahr 2023 war von anspruchsvollen Rahmenbedingungen mit konjunkturellen Eintrübungen, einer hohen Inflation und steigenden Zinsen geprägt. Trotz dieses herausfordernden Umfelds haben wir mit unserer hohen Leistungsstärke unsere Marktposition gefestigt. Mit einer klaren Fokussierung auf den Kunden konnten wir im Geschäftsjahr 2023 gute Zahlen erzielen.

Hier ein detaillierterÜberblick über die Ertragslage:

  • Der Zinsüberschuss konnte auf 181,6 Millionen Euro gesteigert werden. Das entspricht einem Plus von 16,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
  • Der Provisionsüberschuss lag mit 64,0 Millionen Euro um 3,3 Prozent über dem Vorjahreswert.
  • Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 8,5 Millionen Euro gesunken (-0,6 Millionen Euro).
  • Der Personalaufwand konnte nach Sondereffekten aus dem Fusionsvorjahr und trotz Rückstellungen für die Zahlung einer Inflationsausgleichsprämie leicht auf 75,8 Millionen Euro reduziert werden (-1,5 Prozent).
  • Die anderen Verwaltungsaufwendungen blieben nahezu unverändert und lagen bei 51,0 Millionen Euro.
  • Die Abschreibungen auf Sachanlagen gingen um 11,2 Prozent auf 7,2 Millionen Euro zurück. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus geringeren Anschaffungen im Geschäftsjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr (Fusionsjahr).
  • Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Millionen Euro auf 5,5 Millionen Euro gestiegen. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Zustiftung der VerbundVolksbank OWL Stiftung in Höhe von 4,0 Millionen Euro als außerordentliche Aufwendung. Dem entgegen reduzierten sich die Aufwendungen für die Aufzinsung von Rückstellungen im Vergleich zum Vorjahr.

Jahresvergleich

  • Das Bewertungsergebnis gestaltete sich insgesamt mit -0,6 Millionen Euro neutral und war damit deutlich besser im Vergleich zum Vorjahreswert von -42 Millionen Euro. So konnte ein unter Plan liegender Risikovorsorgebedarf im Kreditgeschäft durch Wertaufholungen bei den Eigenanlagen nach erhöhten Wertkorrekturen in 2022 annähernd ausgeglichen werden.

  • Der handelsrechtliche Steueraufwand war aufgrund von Effekten aus Steuerlatenzen deutlich höher als im Vorjahr und erreichte einen Wert von 35,5 Millionen Euro.

  • Beeinflusst durch den deutlichen Zinsanstieg im Laufe des Jahres 2023 konnte die VerbundVolksbank OWL eG ihr operatives Betriebsergebnis vor Bewertung (Teilbetriebsergebnis) auf 118,8 Millionen Euro oder 1,17 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme verbessern. Die 4 Millionen Euro Zustiftung zur VerbundVolksbank OWL Stiftung im letzten Geschäftsjahr als außerordentliche Aufwendung berücksichtigend, betrug das Betriebsergebnis vor Bewertung 114,8 Millionen Euro. Unter Einbeziehung des Bewertungsergebnisses sowie nach Abzug der Steuern und der Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken wird ein ebenfalls deutlich gestiegener Jahresüberschuss von 25,2 Millionen Euro ausgewiesen. Dies entspricht einem Plus von 45,1 Prozent.

  • Die hohe Effizienz der VerbundVolksbank OWL eG belegt die Cost-Income-Ratio (CIR), die mit 53 Prozent einen historisch niedrigen Wert erreicht hat. Im Vorjahr betrug sie noch knapp 61 Prozent.

Vor dem Hintergrund der steigenden Eigenmittelanforderungen – insbesondere der Kernkapitalanforderungen nach Basel III sowie der weiteren Modifizierungen nach Basel IV – wurden die Eigenmittel weiter gestärkt. Zur Stärkung des Kernkapitals wurden 52,7 Millionen Euro aus dem Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit des Geschäftsjahres 2023 dem Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB zugeführt.

Der Vertreterversammlung wird vom Aufsichtsrat und Vorstand vorgeschlagen, neben der bereits vorgenommenen Vorwegzuweisung von 5,06 Millionen Euro weitere 10,0 Millionen Euro den Rücklagen und damit dem Kernkapital zuzuführen, sowie an die 161.511 Mitglieder der Bank eine Basisdividende in Höhe von 3,5 Prozent sowie eine zusätzliche Bonusdividende von 1,0 Prozent – insgesamt 4,5 Prozent (10,15 Millionen Euro) – aufgrund der guten Ertragslage auszuschütten.

Voraussichtliche Entwicklung

Die konjunkturellen Erwartungen verschiedener Experten und Institute für 2024 gehen zum Teil weit auseinander. Viele Unwägbarkeiten, die schon das vergangene Jahr prägten, werden die Stimmung in der Wirtschaft und unter den Verbrauchern auch in diesem Jahr beeinflussen.

Als Finanzierungspartner und Begleiter der Energiewende sowie der digitalen Transformation sind wir ein enger Begleiter unserer Mitglieder und Kunden. Die Erwartungen auf wieder sinkende Zinsen geben Hoffnung, dass die Investitionsfreude von Unternehmen und Verbrauchern im Laufe des Jahres 2024 wieder zunehmen wird.

Im Geschäftsjahr 2024 planen wir beim Betriebsergebnis vor Bewertung nach dem deutlichen Anstieg in diesem Jahr mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau. Die Cost-Income-Ratio (CIR) wird aufgrund der Kostenentwicklung wieder leicht steigen.

Im Kreditgeschäft rechnen wir 2024 mit einem moderaten Zuwachs. Die Basis dafür bilden auch die offenen Darlehenszusagen, die immer noch über dem Niveau vor Beginn der Corona-Pandemie liegen.

Im Einlagengeschäft wird sich der intensive Wettbewerb des vergangenen Jahres auch in 2024 fortsetzen. Aufgrund der schwachen Konjunkturaussichten und einer rückläufigen Inflation planen wir mit einem leichten Wachstum der Einlagen. Auf der Grundlage der Zinsprognose der Bank, die weiterhin von einer inversen Zinsstrukturkurve ausgeht, dürfte sich bei den geplanten Zuwachsraten im Kredit- und Einlagengeschäft das Zinsergebnis für das Jahr 2024 auf dem Vorjahresniveau bewegen.

In den provisionsabhängigen Geschäftsfeldern soll durch eine weitere Intensivierung der Beratung insbesondere das Vorsorgegeschäft deutlich ausgeweitet werden und dadurch eine weitere Steigerung des Provisionsergebnisses erreicht werden.

Unsere Kostenoptimierungsstrategie wird auch im Jahr 2024 konsequent fortgesetzt. Die Personalaufwendungen werden dabei unter der Annahme von Tariferhöhungen steigen. Die Sachaufwendungen werden voraussichtlich im kommenden Jahr aufgrund der inflationsbedingten Preissteigerungen deutlich über dem Vorjahresniveau liegen.

Einen besonderen Fokus legen wir in diesem Jahr auf das Thema finanzielle Vorsorge, das gesellschaftlich stark an Bedeutung  gewinnt und zunehmend generationenübergreifend betrachtet wird, sowohl von Unternehmen und Selbstständigen als auch von Privatleuten. Die VerbundVolksbank OWL eG hat deshalb ein neues Kompetenzzentrum „Financial Planning/Nachfolgeplanung“ aufgebaut, das mit einem ganzheitlichen Beratungsangebot unsere Kunden begleiten und als Netzwerkpartner umfassend unterstützen soll.

Um für die Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, setzt die VerbundVolksbank OWL eG auf die Potenziale künstlicher Intelligenz. Sie hat dafür ein eigenes Kompetenzfeld gegründet. Ziele sind unter anderem Arbeitserleichterungen, Effizienzsteigerung, eine Kompensation des Fachkräftemangels sowie eine weitere Stärkung der Beratungs- und Servicequalität. Künstliche Intelligenz ist ein Ansatzpunkt für Innovationen, die Optimierung von Prozessen und eine höhere Produktivität.

Die VerbundVolksbank OWL eG sieht sich auch unter Berücksichtigung der aktuellen konjunkturellen Rahmenbedingungen gut aufgestellt und blickt daher zuversichtlich auf das Geschäftsjahr 2024.